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    Ressourcensparen im großen Stil: Adelholzener und der Contipure Bloc P

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    Mit einer neuen Trocken-Aseptik-Linie hat sich Adelholzener Alpenquellen für zwei Herausforderungen gerüstet: Wasser sparen und zugleich den steigenden Bedarf an Getränken für unterwegs decken.
    • Bei seiner neuen Linie setzt Adelholzener zum ersten Mal auf Trocken-Aseptik.

    Mit ihrer jüngsten Linie wagten die Adelholzener Alpenquellen einen technologischen Paradigmenwechsel. Die Geschichte eines Projekts, das ganz anders verlief als ursprünglich mal geplant – und sich gerade deswegen als Volltreffer erwies.  

    Im Sortiment von Adelholzener nehmen Einweg-PET-Flaschen einen vergleichsweise geringen, aber sorgfältig platzierten Anteil ein. So sind die Produkte der Marke „Active O2“ –Erfrischungsgetränke, die anstelle von Kohlensäure eine Extra-Portion Sauerstoff enthalten – ausschließlich in leichten Einweg-Behältern mit Sportscaps erhältlich. Auf der traditionelleren Seite des Spektrums stehen die 0,75-Liter-Mehrweg-Glasflaschen. Deren charakteristisches, ins Glas geprägte Bergrelief ist eine Hommage an die Herkunft und Heimat des Adelholzener Mineralwassers: die bayerischen Alpen. Daneben bietet der Mineralbrunnen seine Wässer und Erfrischungsgetränke auch in Mehrweg-PET-Gebinden an. Diese Verpackungsvielfalt sei eine bewusste strategische Entscheidung, erklärt Manuela Schreiner, Unternehmenskommunikation. „Wir möchten die Verbraucher nicht bevormunden. Unsere Kunden sollen die Freiheit haben, genau die Produkte und Verpackungsformen zu wählen, die ihren jeweiligen Präferenzen und Lebenssituationen am besten entsprechen.“  

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    Neben Mehrwegbehältern aus Glas und PET umfasst der Verpackungsmix bei Adelholzener auch Einweg-PET-Flaschen.

    Die daraus resultierenden Ansprüche an die Logistik werden von den Vorteilen mehr als kompensiert, denn: Adelholzener kann auf Schwankungen im Konsumverhalten flexibel reagieren. So auch auf die aktuell steigende Nachfrage nach Getränken für den Out-of-home-Konsum. Von dem kurzzeitigen Absatzdämpfer nach Einführung der Pfandpflicht in Deutschland sei inzwischen nichts mehr zu spüren, im Gegenteil „Das flächendeckende Rückgabesystems und die hohe Recyclingquote von circa 98 Prozent lässt die Verbraucher heute guten Gewissens zur praktischen Einweg-PET-Flaschen greifen“, erklärt Manuela Schreiner. „Insbesondere im Bereich des Unterwegsmarktes sind die leichten, convenienten Behälter der perfekte Begleiter – vor allem auch durch den praktischen Trinkverschluss, der mit einer Hand bedient werden kann.“ 

    Vor 20 Jahren vorausschauend geplant

    Der On-the-go-Markt boomt also. So sehr, dass die bestehenden Kapazitäten nicht mehr ausreichten, um den Bedarf zu decken. Zum Glück – und auch das ist typisch für Adelholzener – hat das Unternehmen vorgesorgt und bereits vor 20 Jahren den Grundstein für die jetzige Erweiterung gelegt. „Als 2006 die letzte Einweg-PET-Linie von Krones in Betrieb ging, haben wir bei der Planung gleich den Platz für eine zweite Anlage mitberücksichtigt“, erklärt Johann Niedl, der als Abteilungsleiter die Einweg-PET-Linien bei Adelholzener verantwortet. Die Idee sei es gewesen, im Bedarfsfall eine baugleiche Zwillingsanlage nachrüsten zu können und dadurch Zeit bei der Projektierung zu sparen. 

    Mitte 2024 war es dann so weit: Eine neue Linie musste her. Und zwar so schnell wie möglich – auch wenn sich der Bedarf in der Zwischenzeit geändert hatte. „2006 sind wir noch von einer 25.000er-Linie ausgegangen“, erklärt Niedl. „Mit dieser Leistung wären wir aber jetzt nicht mehr ausgekommen. Daher mussten wir von dem ursprünglichen Vorhaben abweichen und auf 36.000 Behälter pro Stunde erhöhen.“ Der Haken an der Sache: Die räumlichen Gegebenheiten blieben die gleichen. Stellte sich also die Frage: Wie lässt sich die neue Linie auf einem Platz unterbringen, der ursprünglich für eine deutliche kleinere Version vorgesehen war?  

    Da sich in den letzten 20 Jahren auch technologisch so einiges getan hat, schlug Krones einen Paradigmenwechsel vor: einen Contipure Bloc P. Anders als die bereits bestehende Nassaseptik-Linie bei Adelholzener entkeimt dieser nicht erst die fertig geblasenen Flaschen, sondern bereits die Preforms. Dieser Prozessschritt erfolgt direkt in der Streckblasmaschine: In einer kompakten Einheit, die zwischen Infrarot-Ofen und Blasmodul eingebettet ist – und die deutlich weniger Raum beansprucht als ein Flaschen-Rinser wie er in der Nassaseptik eingesetzt wird.  

     

     

    Es kommt auf jeden Millimeter an

    War damit eine Lösung für das Platzproblem gefunden? „Theoretisch ja, wir blieben anfangs aber trotzdem skeptisch, ob das in der Praxis auch so funktionieren würde“, lacht Johann Niedl. Um die letzten Zweifel zu zerstreuen, wurde für die gesamte Anlage inklusive Bühnen und Peripherie ein realitätsgetreues 3D-Layout erstellt. „Das Krones Team ist extrem penibel vorgegangen und hat unsere Halle zigmal aus allen Winkeln gescannt“, erklärt Niedl beeindruckt. „Als wir den fertigen Plan geprüft haben, wussten wir mit Gewissheit: Die Anlage passt auf jeden Fall rein – auch wenn es gleich an mehreren Stellen auf buchstäblich jeden Millimeter ankommt.“ 

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    Der Contipure Bloc P wurde millimetergenau eingeplant.

    Im Februar 2024, knapp sieben Monate nach Projektstart bei Adelholzener, wurde der Auftrag an Krones erteilt. Danach ging es genauso zügig weiter: „Am 7. Januar 2025 startete die Montage bei uns im Werk, am 15. April lief die erste verkaufsfähige Ware vom Band“, sagt ein sichtlich zufriedener Johann Niedl. In Spitzenzeiten arbeiteten rund 95 Personen aus unterschiedlichsten Gewerken auf der Baustelle. In Summe mussten rund 100 Lkw-Lieferungen koordiniert werden. Eine minutiöse Ablaufplanung war gefragt, auch und vor allem aufgrund der Platzverhältnisse. Kaum mehr als eine Armspanne trennt die neue von der bestehenden Einweg-PET-Anlage. Trotzdem durfte die Installation der einen keinerlei Auswirkungen auf den Betrieb der anderen haben. „Wir waren in der Produktion so stark ausgelastet, dass wir uns einfach keine Standzeiten erlauben konnten“, sagt Niedl. 

    Das mit Abstand beste Linienprojekt

    Also lief die Nassaseptik-Linie während der gesamten Baumaßnahmen durch – im Dreischichtbetrieb. Trotzdem gab es während der gesamten Zeit keinen einzigen Arbeitsunfall. „Nicht mal ein Pflaster mussten wir aufkleben“, sagt Johann Niedl und ergänzt: „Das hat auch einfach Spaß gemacht, den Fortschritt mitzuerleben und zu sehen, wie alles perfekt ineinandergreift.“ Als Beispiel nennt er den Aufbau der 400 Quadratmeter großen Stahlbühne: Während diese auf der einen Seite noch weiter in den Raum hineinwuchs, wurden auf ihrem anderen Ende schon die ersten Anlagenaggregate installiert.  

    Von der Montage ging es nahtlos in die Inbetriebnahme- und Validierungsphase über. Letztere erstreckte sich aufgrund des breiten Getränkeportfolios bis Mitte Oktober 2025. Zum einen werden auf der Anlage sowohl stille als auch kohlensäurehaltige Wässer in 0,5- und 1,0-Liter-Flaschen abgefüllt. Zum anderen möchte sich Adelholzener die Option offenhalten, bei Bedarf auch Schorlen und Süßgetränke zu verarbeiten.  

    So knifflig es auch war, die Linie auf den vorhandenen 1.200 Quadratmetern plus Bühne unterzubringen: Im täglichen Betrieb erweist sich die enge Bauweise als Vorteil. „Die Wege sind kurz und die Anlage lässt sich von nahezu jedem Punkt aus komplett überblicken. Dementsprechend wird sie von den Bedienern auch gerne gefahren“, sagt Johann Niedl. Hinzu kommt, dass Adelholzener bereits seit Jahrzehnten mit Krones produziert. „Unsere Leute sind mit der Technik vertraut. Eine zweite Einweg-Linie steht ja direkt daneben. Daraus ergeben sich natürlich Synergien, gerade im Trockenteil, wo wir in beiden Linien die zum Teil identischen Maschinen haben.“ 

     

     

    Gezielte Einarbeitung in eine neue Technologie

    Eine deutlich größere Herausforderung stellte dagegen der Umstieg von der Nass- auf die Trockenaseptik dar. „Die Contipure Technik war für uns tatsächlich komplett neu und unterscheidet sich auch stark von dem, was wir bisher kannten“, meint Niedl. Daher begann das Adelholzener Team schon weit vor Produktionsstart damit, sich mit der neuen Technik vertraut zu machen. Die Produktionsmitarbeitenden begleiteten Teile der Inbetriebnahme und wurden von einem Trainerteam der Krones Akademie direkt an den neuen Maschinen geschult. „Das würden wir bei der nächsten Anlage genauso angehen. Die Krones Trainer haben einen super Job gemacht – aus der Mannschaft haben wir nur positive Rückmeldungen bekommen“, betont Johann Niedl. 

    Rückblickend ist sich der Abteilungsleiter für Einweg-PET sicher: Der Einstieg in die Trockenaseptik war die richtige Entscheidung. Denn die neue Linie bringt jede Menge Vorteile mit sich, vor allem in einem Punkt, der für Adelholzener essenziell ist: dem Ressourcenschutz. Als nachhaltig orientiertes Unternehmen überwacht und analysiert Adelholzener kontinuierlich die Verbräuche sämtlicher Produktionslinien. „Wir schauen da ganz genau hin und optimieren, wo es nur geht“, betont Johann Niedl.  

    Einsparungen im zweistelligen Prozentbereich

    Ein Beweis dafür ist der energieoptimierte Schrumpftunnel, der eigens auf Wunsch von Adelholzener entwickelt wurde und nun als Standardprodukt ins Krones Portfolio eingezogen ist. Er trägt einen großen Anteil daran, dass der allgemeine Energieverbrauch der neuen Linie 22 Prozent unter dem der bestehenden Nassaseptik-Anlage liegt. Wenn die 0,5-Liter-Flasche gefahren wird, sind es sogar über 40 Prozent, die eingespart werden. „Genau das ist es, was wir an Krones so schätzen: die Flexibilität, die Innovationsfreude. Unsere Ideen werden gehört – immer schon“, betont Johann Niedl.  

    Sogar noch drastischer fallen die Reduktionen beim Prozesswasser aus, wie Johann Niedl erklärt: „Während die alte Anlage 6,7 Kubikmeter pro Stunde verbraucht, sind es bei der neuen nur noch 0,2. Das heißt, wir sparen uns in der Stunde mehr als sechs Kubikmeter Wasser ein – allein dadurch, dass wir als Entkeimungsmedien nun H2O2 anstelle von Sterilwasser einsetzen.“ 

     

     

    Der Traum vom Roboter

    Im Trockenteil der Linie hat sich Adelholzener weitgehend an der bewährten Technik der bestehenden Einweg-Linie orientiert. Mit einer Ausnahme: Neben zwei Verpackungsmaschinen des Typs Variopac Pro und einem Modulpal Pro 1A Palettierer wurde auch eine Robobox T-GS installiert, also ein Robotersystem zum Gruppieren von Gebinden. Und das, obwohl das für das aktuelle Verpackungsportfolio nicht zwingend nötig gewesen wäre. Auch diese Entscheidung resultiert aus dem Weitblick des Unternehmens: „Mit der Robobox können wir auch künftige Änderungen im Verpackungsmix schnell umsetzen. So bleiben wir auf lange Sicht flexibel, um zielgenau auf neue Bedürfnisse des Markts zu reagieren“, erklärt Johann Niedl, bevor er augenzwinkernd hinzufügt. „Außerdem wollten wir schon immer einen Roboter in unserer Produktion haben – jetzt hat sich die passende Gelegenheit endlich ergeben.“  

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    Dank der Robobox T-GS lassen sich auch künftige Trends auf dem Verpackungsmarkt flexibel umsetzen.

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