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    Heineken rollt den Premium-Biermarkt in Brasilien auf

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    Für seine erste Greenfield-Brauerei in Brasilien setzt Heineken auf Abfülltechnik von Krones. Vier Linien füllen Dosen sowie Ein- und Mehrwegflaschen.
    • Vor zwei Jahren war hier noch Gras, jetzt steht in Passos im Bundesstaat Minas Gerais die brandneue Heineken-Brauerei.

    Bis zu fünf Millionen Hektoliter Bier pro Jahr produziert Heineken in seiner neuen Brauerei in Brasilien. Hier werden hochwertige Reinmalz-Biere gebraut und von vier Krones Linien in Dosen sowie in Ein- und Mehrweg-Glasflaschen abgefüllt. Der neue Standort ist ein Meilenstein für Heinekens Präsenz im Land und ein Leuchtturm der Nachhaltigkeit.

    Es ist ganz schön was los in der etwas über 110.000 Einwohner zählenden Stadt Passos, seit Heineken hier seine neue Brauerei baut. Passos liegt im Bundesstaat Minas Gerais im Südosten Brasiliens, einer sehr wasserreichen Gegend. Nahe der Stadt fließt der Rio Grande. Das Projekt ist die erste Greenfield-Brauerei von Heineken in Brasilien und mit über 400 Millionen Euro eines der nach eigenen Angaben größten Investments in der Region. Anfang November 2025 wurde der Betrieb feierlich eingeweiht. „Vor zwei Jahren waren hier nichts als Gras und ein paar Bäume. Es ist fantastisch, heute an dieser Stelle die neue Brauerei zu sehen“, freut sich Brauerei-Direktor Reinaldo Franco.  

    Auch jetzt, Anfang 2026, ist auf dem rund 140 Fußballfelder großen Areal die Großbaustelle noch spürbar. Von den unbefestigten Geländeteilen leuchtet die für die Gegend typische rote Erde, Fahrzeuge wirbeln roten Staub auf, der sich über alles legt. Die für Heineken charakteristischen liegenden Gärtanks sind mit das Erste, was Besucherinnen und Besucher bei der Anfahrt sehen, vom ersten Tank grüßt ein riesiger beleuchteter Kronenkorken. Das markante Heineken-Grün und der rote Heineken-Stern ziehen sich als Gestaltungselemente durch den gesamten Standort, auch in die Abfüllhalle, wo ein Füller ganz in grünes Licht getaucht ist. In der Halle selbst herrscht geschäftiges Treiben: Alle vier neuen Krones Linien laufen bereits. 

    Ein Premium-Standort für Premium-Bier 

    Der Standort Passos ist das Ergebnis eines sorgfältigen Auswahlprozesses, erklärt Reinaldo Franco: „Für uns waren drei Faktoren wichtig: Die Verkehrsanbindung für die Logistik, die Verfügbarkeit von Wasser in hoher Qualität und gut ausgebildete Arbeitskräfte. In Passos haben wir das alles gefunden und darüber hinaus eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit mit der lokalen Regierung. Bisher hat das super funktioniert, die neue Brauerei ist eine Win-win-Geschichte für uns und für die Stadt.“  

    Mit der Produktion in Passos bedient Heineken das Premium-Segment im brasilianischen Biermarkt. Gebraut werden hier Biere der Marken Heineken und Amstel nach dem firmeneigenen Reinheitsgebot, genannt Reinmalz: Nur Malz, Wasser, Hopfen und Hefe dürfen ins Bier, sonst nichts. Fünf Millionen Hektoliter Bier pro Jahr beträgt die Produktionskapazität in der aktuellen Ausbaustufe, Platz für Erweiterungen ist vorhanden.

    Der neue Standort ist auch ein Leuchtturm in Sachen Nachhaltigkeit. Heineken ist branchenweit bekannt für seine diesbezüglich ehrgeizigen Ziele und die Fabrik in Passos setzt einmal mehr hohe Standards in Sachen Effizienz und Umweltschutz. Die Brauerei versorgt sich ausschließlich mit erneuerbarer Energie: Strom kommt aus Wasserkraft und Photovoltaik, Wärme aus mit Biomasse betriebenen Kesseln. Der Wasserverbrauch wurde gegenüber den ohnehin strengen Heineken-Standards noch einmal stark reduziert, abgefüllt wird zum Teil in Mehrweg-Glasflaschen. Zur Nachhaltigkeit gehören auch Sozial- und Umweltprojekte in der Region und natürlich Arbeitsplätze: Rund 350 neue Jobs hat Heineken in seiner Brauerei geschaffen und 60 Prozent davon mit Leuten aus der Region besetzt.

    Nachhaltigkeit wird großgeschrieben

    Heineken ist in der Branche bekannt für seine ehrgeizigen Nachhaltigkeitsziele. Zum Beispiel will der Konzern bis 2040 über die gesamte Wertschöpfungskette Netto-Null-Emissionen erreichen, in Scope 1 und 2 sogar bis 2030. Geringster Wasserverbrauch sowie Erhalt oder Wiederherstellung lokaler Wassereinzugsgebiete ist ebenfalls eine Säule der Nachhaltigkeitsstrategie, das Maximieren von Materialkreisläufen eine weitere. Bis 2030 sollen weltweit 43 Prozent des verkauften Volumens in wiederverwertbaren Behältern verpackt sein, Flaschen und Dosen 50 Prozent Recycling-Anteil enthalten.

    Die Abfülltechnik kommt von Krones

    Von Krones kommt die komplette Abfülltechnik für den neuen Standort, konkret vier Linien für Dosen, für 0,33-Liter-Einweg-Glasflaschen im Longneck-Format sowie für 0,66-Liter-Mehrweg-Glasflaschen. Über 400 Container wurden dafür nach Brasilien verschifft und per Lkw nach Passos gebracht. Brauereichef Reinaldo Franco erinnert sich: „Es war eine riesige Bewegung, als die vier Linien in unzähligen Trucks und Containern hier ankamen. Passos ist ja nicht so groß, da wurden die Leute schon neugierig.“

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    Alle vier Abfülllinien für Heinekens erste Greenfield-Brauerei in Brasilien stammen von Krones.

    Warum die Wahl auf Krones fiel? Drei Kriterien nennt Reinaldo Franco: Kostenvorteil, Technologie und Partnerschaft. „Krones und Heineken in Brasilien kennen sich lange. Wir wussten, dass wir in Krones einen zuverlässigen Partner haben würden, und wir brauchten eine gute Partnerschaft in einem großen Projekt wie diesem. Unsere Anforderungen an die technische Ausstattung hat Krones voll erfüllt und der Preis hat auch gestimmt.“ Ganz wichtig war eine hohe Flexibilität in der Dosenlinie, betont Senior Packing Manager Luis Felipe Zuin Mandra: „Wir produzieren alle Formate, die im brasilianischen Markt gängig sind. Deshalb brauchen wir eine smarte und flexible Dosenlinie mit kurzen Umrüstzeiten bei Behälterwechseln.“ Auch für das Bedienpersonal seien intuitive und übersichtliche Oberflächen und Visualisierungen essentiell, betont er und ergänzt: „Wir brauchen Linien, die mit guter digitaler Technologie ausgerüstet sind, für die Steuerung, zur Datenerhebung und für die datenbasierte Analyse der Linien-Performance. Das war unsere Anforderung und diese wurde voll erfüllt.“ 

    Wir produzieren alle Formate, die im brasilianischen Markt gängig sind. Deshalb brauchen wir eine smarte und flexible Dosenlinie mit kurzen Umrüstzeiten bei Behälterwechseln. Luis Felipe Zuin MandraSenior Packing Manager, Heineken Brasilien

    Energie- und Wasserverbrauch waren – angesichts der hohen Nachhaltigkeitsstandards – weitere wichtige Kriterien. Reinaldo Franco betont zudem, wie vorteilhaft es ist, Pasteur und Reinigungsmaschine mit Heißwasser, statt mit Dampf zu betreiben: „Es ist sicherer, weil wir weniger Druck auf den Leitungen haben.“ Krones setzt für seine Maschinen generell auf Heißwasser, unter anderem wegen der besseren Temperaturführung und der daraus resultierenden höheren Energieeffizienz. 

    Unfallfrei und im Zeitplan

    Im Juli 2025 wurde das erste Bier gebraut und in die Tanks gefüllt. Im August startete die Dosenlinie und seitdem läuft die Abnahme der verschiedensten Dosenformate. Die Mehrweg-glas-Linie folgte im Oktober, im November nahm dann die erste Linie für Longneck-Glasflaschen den Betrieb auf. Seit Februar laufen alle vier Linien. Reinaldo Franco freut sich, dass das Projekt im Zeitplan ist: „Der Ausstoß ist da, wir liefern eine Menge Bier aus.“

    Im Gespräch mit Heineken klingt durch, wie froh das Team ist, dass die Baustelle ohne ernste Unfälle und im Zeitplan über die Bühne ging. „Ich arbeite seit 30 Jahren in Brauereien und kann sagen, dass dieses Projekt wirklich sehr gut gelaufen ist“, sagt Reinaldo Franco. „Natürlich gibt es Missverständnisse und müssen Punkte diskutiert werden, aber insgesamt war es eine gute Partnerschaft zwischen dem Krones Team und unseren Bedienern und Ingenieuren.“ Auch Luis Felipe Zuin Mandra zieht eine positive Bilanz: „Es war eine große Baustelle mit vielen Leuten und vielen verschiedenen Sprachen, aber es ist alles gut gelaufen. Vier Linien in so kurzer Zeit aufzubauen und das unter dem Druck, dass das Bier in den Tanks war und abgefüllt werden musste – das war schon eine Herausforderung. Aber jede Phase war gut geplant, die Leute haben ruhig gearbeitet und die Baustelle hat sich sicher angefühlt. Es herrschte eine gute Atmosphäre, wozu sicher beigetragen hat, dass wir jeden kleinen Meilenstein zusammen gefeiert haben.“

    Ich arbeite seit 30 Jahren in Brauereien und kann sagen, dass dieses Projekt wirklich sehr gut gelaufen ist. Erwin HächlReinaldo FrancoBrauerei-Direktor in Passos, Heineken Brasilien

    Auch für Krones war das Projekt eine große Sache: 400 Container verschifft man nicht alle Tage. „Kein einziger Container ging verloren“, betont Ralf Ebenthal, einer der Krones Projektleiter. Das tropische Wetter hielt so manche Besonderheit parat, erinnert er sich: „Gefühlt einmal pro Woche ging ein Regenguss sturzbachartig nieder. Ständig mussten die Schotterstraßen neu befestigt werden.“ Auch Ebenthal freut sich, dass das Projekt läuft wie geplant: „Es gelang, die Linien extrem schnell hochzufahren, sodass die Fabrik sehr zügig mit voller Produktionskapazität arbeiten konnte. Dass die Abfüllziele für 2025 erfüllt werden konnten, war ein großer Erfolg.“

    Eine gute Partnerschaft, die weiterträgt

    Reinaldo Franco hebt das hohe technische Können der Krones Leute vor Ort hervor: „Bei diesem Projekt hat man gemerkt, dass Krones wirklich ein besonders gutes Team zusammengestellt hat. Wir hatten von Anfang an gute und erfahrene Techniker, auch aus Deutschland, mit an Bord. Manche der Leute, vor allem von Krones Brasilien, kannten wir schon von anderen Projekten. Man kann sich vertrauen, das zählt viel.“ Neben dieser Expertise sind für ihn die gute Planung und die vertrauensvolle Partnerschaft Kernpunkte seiner Erfahrung mit Krones in diesem Projekt: „Eine Baustelle mit so vielen unterschiedlichen Leuten ist immer eine Herausforderung und fordert von jedem viel guten Willen. Die Krones Leute hatten diesen guten Willen, sie verstanden es, alle unsere Leute – erfahrene wie Neulinge – gleichermaßen einzubinden und auf alle Bedürfnisse einzugehen.“  

    Es gibt zwar noch eine Menge zu tun hier in Passos, aber der gute Start gibt ihnen allen Rückenwind, sagt ein zufriedener Reinaldo Franco: „Wir fühlen uns bestens vorbereitet für die Dinge, die in nächster Zeit noch anstehen werden. Die gute Partnerschaft mit Krones muss stark bleiben, weil wir auch künftig bei technischen Fragen Unterstützung brauchen werden.“

    Bierland Brasilien

    Mit etwa 150 Millionen Hektolitern pro Jahr ist Brasilien nach China und den USA der drittgrößte Bierproduzent weltweit. Heineken ist in dem Land seit 2011 präsent, betreibt dort aktuell 15 Brauereien und beschäftigt rund 13.000 Menschen.  

    Bier ist ein echtes Volksgetränk in Brasilien. Man genießt es eiskalt, und zwar im wahrsten Sinn – oft mit Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt. Privat trinkt man direkt aus Glasflaschen oder Dosen. Gezapftes Bier ist eher selten. Stattdessen kommen in Restaurants und Bars große Flaschen samt Gläsern für alle Personen auf den Tisch und dann wird geteilt. Das Krones Team lacht herzlich in Erinnerung an überraschte Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland, die automatisch annahmen, jeder bekäme seine eigene Bierflasche.

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