
Erfrischend effizient: neue PET-Linie bei Hartwall
Verlässlich und platzsparend: Das waren die zwei wichtigsten Anforderungen von Hartwall an die neue Einweg-PET-Linie. Zudem sollte sie schnell zu installieren sein, denn der finnische Getränkeproduzent wächst und hat keine Zeit zu verlieren. Krones konnte alle drei Wünsche erfüllen.
Seit Mitte Mai füllt die neue Linie Mineralwasser, Energydrinks, alkoholfreie Mixgetränke und den in Finnland beliebten Cider ab. Als einer der führenden Getränkeproduzenten des Landes hat Hartwall jedoch noch viele weitere Produkte im Portfolio: Die Palette reicht von Mineralwasser über Softdrinks bis zu Bier verschiedener Marken. Ein Klassiker ist Lonkero, ein fertig gemixter Longdrink aus Gin und Grapefruit-Limonade, den das Unternehmen 1952 zu den Olympischen Sommerspielen in Helsinki entwickelte. In Finnland bekannt und beliebt sind außerdem das Bier Lapin Kulta und die Orangenlimonade Hartwall Jaffa.


Das Unternehmen, das seit 2013 zum dänischen Getränkekonzern Royal Unibrew gehört, hat seinen Firmensitz in Helsinki und betreibt zwei Produktionsstätten: eine kleinere in Karijoki und mit 160.000 Quadratmetern eine große in Lahti, rund 100 Kilometer von Helsinki entfernt. Hier ist die Hälfte der insgesamt 700 Mitarbeitenden beschäftigt. Neun Abfüllanlagen arbeiten im Dreischichtbetrieb. Mehrere Millionen Flaschen werden hier pro Tag abgefüllt. Und es werden immer mehr, denn das Unternehmen wächst kontinuierlich. Daher war es an der Zeit, eine neue Einweg-PET-Linie anzuschaffen.
Keine Schaumbildung dank stufenloser Abfüllgeschwindigkeit
„Krones hat alle unsere Anforderungen erfüllt“, sagt Marko Rajaniemi, technischer Entwicklungsleiter bei Hartwall und fügt hinzu: „aufs Neue“. Denn die beiden Unternehmen arbeiten bereits seit Jahrzehnten zusammen und ein Großteil der Anlagen in Lahti stammt von Krones.
Krones hat alle unsere Anforderungen erfüllt. Aufs Neue.

Das Schmuckstück der neuen PET-Linie ist der neue Modulfill VFS mit PFR Ventilen. Schaumfrei und schonend füllt er die Getränke in PET-Flaschen. Das Besondere an diesem Füller sind die neuen PFR Ventile: Dank ihnen lässt sich die Füllgeschwindigkeit stufenlos regeln und damit individuell auf jedes Getränk anpassen. Deshalb kann Hartwall alle Getränke sehr schnell und ohne Schaumbildung abfüllen. Das ist vor allem bei vielen Produktwechseln ein großer Vorteil – wie es bei Hartwall der Fall ist. Als zusätzliches Plus in puncto Hygiene ist der Modulfill im Reinraum aufgestellt. So können keinerlei Schmutz- und Staubpartikel in den Füller geraten.
Von der Preform bis zur Palettierung perfekt abgestimmt
Vorgeschaltet ist dem Füller die Contiform 3 Speed, die in weniger als einer Sekunde einen Preform in eine PET-Flasche verwandelt. Die Maschine kann nicht nur PET-, sondern auch rPET-Flaschen herstellen. Derzeit liegt der Anteil des recycelten Materials bei 60 Prozent. Schritt für Schritt will Hartwall den Anteil auf 100 Prozent steigern. Auch bei den rPET-Flaschen brilliert anschließend der Modulfill VFS: Mit dem PFR Ventil lässt sich die Füllgeschwindigkeit an die Geometrie der Flasche anpassen.
| Projekt: | Neue Einweg-PET-Linie |
| Kunde: | Oy Hartwall Ab |
| Standort: | Lahti, Finnland |
| Inbetriebnahme: | Mai 2022 |
| Umfang: | PET-Linie mit einer Leistung von 24.000 0,5-Liter-Flaschen pro Stunde
|
Vor der Abfüllung erhalten die Flaschen ihr individuelles Kunststoff-Rundumetikett von der Rolle. Diesen Part übernimmt die Etikettiermaschine Ergomodul mit dem Aggregat Contiroll TS. Anschließend prüft der Checkmat FEM-X die Füllhöhe, den Flaschenverschluss und den Etikettensitz. Zum Schluss werden jeweils 24 lose Flaschen in Kunststoff-Display-Trays gesetzt. Dafür arbeiten zwei Robogrip als Packer-Palettierer zusammen. Der erste Roboter legt jeweils acht Trays auf Paletten. Der zweite Roboter übernimmt 96 Flaschen und stellt diese in die Trays. Entsprechend hocheffizient abgefüllt verlassen pro Stunde 24.000 0,5-Liter-Flaschen mit Mineralwasser, alkoholfreien Mixgetränken und Cider das Werk, um in Finnland für Erfrischung zu sorgen. „Gemeinsam dürsten wir nach Erfolg.“ So lautet einer der drei Leitsätze von Hartwall. Und genau den haben Hartwall und Krones mit der Installation der neuen PET-Linie erreicht.
Stufenlos regelbares Füllventil
Schnell oder langsam – bei herkömmlichen Ventilen gibt es nur diese beiden Füllgeschwindigkeiten. Der Nachteil: Wird zu schnell abgefüllt, kann sich Schaum bilden. Wird dagegen zu langsam abgefüllt, kommt es zu Zeitverlusten. Deswegen hat Krones das neue PFR Ventil für den Modulfill VFS entwickelt. Die Besonderheit: Das Ventil beherrscht nicht nur zwei Füllgeschwindigkeiten, sondern lässt sich stufenlos regeln. So kann die Fließgeschwindigkeit perfekt auf die jeweiligen Produkteigenschaften angepasst werden, was sowohl die Abfüllqualität als auch die Effizienz erhöht.
Beträgt die Abfülltemperatur mehr als 20 Grad Celsius, kann sich das Produktverhalten verändern. Auch hier bietet die stufenlose Regelung Vorteile, denn die Abfüllung lässt sich auf dieses veränderte Produktverhalten besser als bisher anpassen. So lässt sich in Umgebungstemperatur abfüllen, und das Getränk muss nach dem Mixen nicht beziehungsweise kaum heruntergekühlt werden. In warmen Regionen kann es wiederum notwendig sein, Getränke nach dem Abfüllen zu erwärmen, weil die Umgebungstemperatur höher ist und die Oberfläche der Behälter kondensieren könnte. Auch diesen Schritt spart der neue Füller.
Neben der Umgebungstemperatur kann die Geometrie der Flasche die Schaumbildung beeinflussen. Mit dem stufenlos regelbaren PFR Ventil lässt sich die Füllgeschwindigkeit auch daran individuell anpassen.
„Bei vielen Getränkeunternehmen sehen wir den Trend, Produkte in vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen herzustellen und daher eher kleinere Chargen zu fahren“, erklärt Sebastian Wittl, Produktmanager für Abfülltechnologie bei Krones. Wenn sich allerdings die Rezepturen ändern, kann sich auch das Schaumverhalten ändern. „Mit dem neuen Füller lässt sich die Abfüllung ganz flexibel anpassen“, so Sebastian Wittl.
Mit dem neuen Füller lässt sich die Abfüllung ganz flexibel anpassen.

Der neue Modulfill VFS beeindruckt nicht nur wegen der PFR Ventile. Als Gesamtsystem hat der Füller weitere Vorteile vorzuweisen: So werden ihm die Getränke beispielsweise von oben zugeführt statt wie zuvor vom Boden aus. Möglich ist das dank des nebenstehenden Produkttanks mit knapp fünfeinhalb Metern Höhe. Im Mediendrehverteiler werden die Getränke von oben in die Füllventile eingebracht. Dadurch entsteht ein höherer hydrostatischer Druck, sodass sich schneller abfüllen lässt. Da zudem alle Leitungen komplett leerfließen, ist der Produktverlust geringer als bei der bodennahen Produktzufuhr. Auch das ist besonders für solche Kunden vorteilhaft, die viele Sortenwechsel haben. Überdies fährt das Füllventil unmittelbar nach der Übergabe auf die Flasche, sodass sofort nach dem Anpressvorgang abgefüllt werden kann. Das bedeutet eine höhere Leistung bei gleicher Maschinengröße.
Der neue Modulfill VFS ist darüber hinaus noch hygienischer als das Vorgängermodell. Denn seine CIP-Kappen arbeiten berührungslos. Eine weitere Besonderheit: Sie schwenken per Magnet automatisch ein und sind durch den Verzicht auf Mechanik frei von Verschleiß.
Ihre Meinung ist gefragt!
Diskutieren Sie mit uns auf LinkedIn
Sie haben noch Fragen oder möchten Ihre Gedanken zu diesem Thema mit uns teilen? Wir freuen uns über Ihre Kommentare und Anmerkungen!
Hier geht's zum LinkedIn-Post(öffnet externen Link in neuem Tab)
Gitta Rohling